Schweiz · Gegr. 1988 (Produktlinie Terra seit 2015)

ABB Terra

Schweizer Ladeinfrastruktur — Terra AC- und DC-Ladestationen mit Modbus TCP und OCPP für die KNX-Lastmanagement-Integration.

ABB Terra ist die Ladeinfrastruktur-Produktlinie von ABB (Zürich, Schweiz — gegründet 1988), getrennt von der KNX-Elektroinstallationsreihe von ABB. Das Terra-Portfolio umfasst AC-Wallboxen für den Wohnbereich (Terra W7, 7kW), AC-Ladestationen für den gewerblichen Bereich (Terra AC 22, 22kW), DC-Schnelllader (Terra 54, 50kW) und ultraschnelle HPC-Stationen (Terra 360, bis zu 360kW). Für KNX- und Smart-Building-Projekte stellen die Terra-AC-Ladestationen einen Modbus-TCP-Server auf Port 502 bereit — derselbe Integrationsansatz wie bei Easee-Wallboxen — wodurch ein Home-Assistant-Energiemanager oder ein dediziertes KNX-Modbus-Gateway den Echtzeit-Stromverbrauch auslesen und einen Stromgrenzwert-Sollwert für das dynamische Lastmanagement schreiben kann. Terra-Ladestationen unterstützen außerdem OCPP 1.6 und 2.0.1 für das Flottenmanagement mehrerer Ladepunkte, Abrechnung und Autorisierung.

Rolle in unseren Schaltschränken

So setzen wir ABB Terra ein

Das dynamische Lastmanagement für ABB-Terra-Ladestationen nutzt das Modbus-TCP-Register 0x0100 (EVSE-Maximalstrom, ×10-Kodierung — Wert 160 = 16,0 A). Das Energiemanagementsystem liest die Daten der Stromwandler am Hauptanschluss (über einen KNX-Smart-Meter oder einen separaten Modbus-Energiezähler wie Finder 7M oder Carlo Gavazzi EM270), berechnet das verfügbare Strombudget und schreibt den Grenzwert alle 10 Sekunden an die Terra-Ladestation. Die Terra-Ladestation begrenzt ihren Ladestrom selbst auf den geschriebenen Wert — wird das Register nicht innerhalb von 60 Sekunden aktualisiert, fällt die Terra auf ihren konfigurierten sicheren Stromgrenzwert zurück. Zum Auslesen des Energieverbrauchs: Das Modbus-Holding-Register 0x0124 liefert die gesamte Sitzungsenergie (32-Bit, Wh). Die KNX-Visualisierung des Ladestatus erfolgt über ein KNX-Modbus-Gateway (Weinzierl oder Intesis), das die Terra-Register ausliest und auf KNX-Gruppenadressen veröffentlicht — Wirkstrom (DPT 14.019), Sitzungsenergie (DPT 14.019), Ladezustand (DPT 5.010).

Schaltschrankplanung für die Integration der ABB-Terra-Wallbox: Terra-Ladestationen verfügen über einen integrierten RJ45-Ethernet-Anschluss — sehen Sie ein RJ45-Patchfeld im Schaltschrank für die strukturierte Verkabelung zur Ladestation vor. Die Ladestation sollte sich in einem dedizierten VLAN befinden, wobei der HA-Server oder das Modbus-Gateway über einen gerouteten Zugang verfügt. Für das Lastmanagement: HA liest die Stromwandlerdaten am Hauptanschluss (über einen Modbus-Smart-Meter auf RS-485 oder über eine KNX-Energiezähler-Gruppenadresse), berechnet das verfügbare EV-Budget = Netzgrenzwert minus andere Lasten und schreibt den Stromgrenzwert alle 10 Sekunden in das Terra-Modbus-Register 0x0100. OCPP-Bereitstellung: Konfigurieren Sie die OCPP-1.6-Server-URL in der Terra-Weboberfläche — EVCC-Open-Source-OCPP-Server auf einer lokalen HA-Instanz oder ein Cloud-OCPP-Backend. Bei mehreren Ladestationen: Der OCPP-Server übernimmt die Lastverteilung nativ und macht das direkte Modbus-Lastmanagement pro Ladestation überflüssig.

Eingesetzt in diesen Projekttypen

Wohnvilla — Terra AC W7 mit Solarüberschussladung: HA liest den Überschuss des Fronius-Wechselrichters über Modbus und schreibt den Stromgrenzwert alle 10 Sekunden in das Terra-W7-Modbus-Register
Mehrfamilienhaus — Terra AC 22 mit RFID-Zugang, OCPP-1.6-Backend für die Abrechnung pro Mieter, KNX-Smart-Meter am Hauptanschluss für das dynamische Lastmanagement über 8 Ladestationen
Gewerblicher Parkplatz — 10x Terra AC 22 verwaltet über EVCC-OCPP-Server, KNX-Lastmanagement liest den Stromwandler am Hauptanschluss über Carlo Gavazzi EM270 Modbus
Hotel-EV-Flotte — Terra 54 DC-Schnelllader am Gebäudeeingang, Terra AC 22 an den Stellplätzen, einheitliches OCPP-2.0-Dashboard für den Flottenbetreiber — der KNX-Schaltschrank überwacht die AC-Versorgungsenergie
Industrieanlage — Terra 360 HPC am Eingang des Logistikdepots, KNX-Schaltschrank mit Modbus-Energieüberwachung auf der NS-Seite des MS-Transformators, Lastdaten zum BMS-Dashboard

ABB Terra-Produkte

Schlüsselkomponenten, die wir verbauen

TERRA-AC-W7-G5-R-0AC-Wallbox (7kW, RFID, OCPP 1.6, Modbus TCP)

ABB Terra AC W7 (7kW einphasig)

Einphasige 7-kW-AC-Wallbox mit RFID-Kartenleser, OCPP 1.6, Modbus TCP, Typ-2-Steckdose (Kabel optional). Wand- oder Standfußmontage, IP55. Modbus-TCP-Server auf Port 502: Register 0x0100 für den Stromgrenzwert-Sollwert (Wert 0-320, entspricht 0-32,0 A), Register 0x0120 für die Wirkleistung (W, 32-Bit), Register 0x0124 für die gesamte Sitzungsenergie (Wh, 32-Bit). Für den Wohnbereich und kleinere Gewerbeobjekte: einzelne Ladestation, dynamisches HA-Lastmanagement über Modbus, kein OCPP-Server erforderlich. Hutschienen-Leistungsmodul als Option für die Integration im Schaltschrankgehäuse.

TERRA-AC-22AC-Wallbox (22kW, Modbus TCP, OCPP)

ABB Terra AC 22 (22kW dreiphasig)

Dreiphasige 22-kW-AC-Wallbox mit Modbus TCP und OCPP 1.6/2.0. Version mit festem Typ-2-Kabel (tethered) oder mit Steckdose. Wand- oder Bodenmontage, IP54. Symmetrische dreiphasige Last (32 A pro Phase). Modbus-TCP-Register identisch zur Terra W7 — derselbe Integrationscode funktioniert für beide Modelle. Für Mehrfamilienhäuser und gewerbliche Parkplätze: OCPP-Backend (EVCC oder ChargePoint-Cloud) für RFID-Autorisierung, Sitzungsaufzeichnungen und dynamische Lastverteilung über mehrere Einheiten. KNX-Integration: Die ABB-Terra-Gruppenadresse in KNX zeigt die Wirkleistung pro Phase und den Ladezustand an.

TERRA-54DC-Schnelllader (50kW, CCS + CHAdeMO + Typ 2, OCPP 2.0)

ABB Terra 54 (50kW DC-Schnelllader)

50-kW-DC-Schnelllader mit CCS Combo 2 + CHAdeMO + AC-Typ-2-Ausgängen (jeweils nur ein Stecker gleichzeitig aktiv). OCPP-2.0-zertifiziert. 15-Zoll-Farb-Touchscreen. Dreiphasiger 400-V-AC-Eingang, max. 400 A DC-Ausgang. Für gewerbliche Standorte mit DC-Schnellladebedarf: Hoteleingang, Einzelhandelsparkplatz, Besucherstellplätze von Büros. OCPP 2.0 zwingend erforderlich — benötigt ein OCPP-2.0-fähiges Backend (EVCC unterstützt OCPP 2.0 ab v0.130). Modbus TCP für die Leistungsüberwachung verfügbar — der KNX-Schaltschrank enthält einen Energiezähler im AC-Versorgungskreis der Terra 54 für eine präzise kWh-Abrechnung.

EVCP-22Hutschienen-Ladepunktmodul (22kW, 3-phasig)

ABB EVCP 22 (Hutschienen-Ladepunktmodul)

Dreiphasiges 22-kW-EV-Ladepunktmodul im Hutschienen-Format zur Integration in Parksystem-Schaltschränke und Stromverteiler. OCPP 1.6, Modbus TCP. Konzipiert für Mehrfach-Ladesysteme in Parkanlagen, bei denen sich die Leistungselektronik in einem zentralen Schaltschrank befindet und die Verkabelung zu intelligenten Steckdosen an den Stellplätzen verläuft. Modbus-TCP-Registersatz identisch zur Terra AC — Standardansatz für das Lastmanagement. KNX-Schaltschrank mit EVCP-Modulen: zentraler Schaltschrank im Parkkeller, Verkabelung zu jedem Stellplatz, eine einzige HA-Instanz verwaltet alle EVCP-Module über Modbus TCP in einem dedizierten VLAN.

TERRA-360-HPCHPC-Ultraschnelllader (bis zu 360kW, OCPP 2.0.1)

ABB Terra 360 HPC (Ultraschnelles DC, bis zu 360kW)

Ultraschnelle HPC-Ladestation mit bis zu 360 kW Leistung, dynamisch auf bis zu 4 gleichzeitige Fahrzeuge verteilt. Flüssigkeitsgekühlte Kabel. OCPP-2.0.1-zertifiziert. Dreiphasige 400-V-AC-Versorgung, bis zu 500 A Eingang pro Phase — in der Regel ein dedizierter MS-Transformator erforderlich. Für Logistikdepots, Flottenladung, Autobahnraststätten. Rolle des KNX-Schaltschranks: nur Monitoring — die Terra 360 wird vollständig über das OCPP-Backend und das Standort-Energiemanagementsystem verwaltet. Ein KNX-Energiezähler auf der NS-Seite des MS-Transformators liefert die Leistungsdaten über ein KNX-Modbus-Gateway an das BMS-Dashboard.

ABB Terra – FAQ

Wie wird die ABB-Terra-Wallbox für das Lastmanagement mit KNX verbunden?

ABB-Terra-AC-Ladestationen stellen einen Modbus-TCP-Server auf Port 502 bereit. Der Ablauf des Lastmanagements: (1) Der Stromwandler am Hauptanschluss sendet den Stromwert über einen Modbus-Energiezähler (Finder 7M oder Carlo Gavazzi EM270 per RS-485) an HA; (2) HA berechnet das verfügbare EV-Ladebudget = Netzvertragsgrenze minus aller anderen aktiven Lasten; (3) HA schreibt den verfügbaren Strom in Ampere multipliziert mit 10 alle 10 Sekunden in das Terra-Modbus-Holding-Register 0x0100; (4) die Terra-Ladestation passt ihren Ladestrom innerhalb von 2-3 Sekunden an den geschriebenen Grenzwert an. Die KNX-Gruppenadresse zeigt über ein KNX-Modbus-Gateway, das die Terra-Register 0x0120 und 0x0102 zurückliest, den aktiven Ladestrom (DPT 14.019) und den Ladezustand (DPT 5.010) an.

Was ist OCPP und wann benötigt die ABB Terra es?

OCPP (Open Charge Point Protocol) ist der Kommunikationsstandard zwischen Ladestationen und einem zentralen Managementsystem (CSMS) — es übernimmt die Autorisierung (RFID-Kartenvalidierung), Sitzungsaufzeichnungen (Startzeit, Energie, Nutzer) und das Fernmanagement (Laden starten/stoppen, Firmware-Update). OCPP wird für eine einzelne Heimwallbox ohne Abrechnungs- oder Autorisierungsanforderung nicht benötigt. OCPP wird notwendig, wenn: mehrere Mieter in einem Mehrfamilienhaus Ladestationen gemeinsam nutzen und eine getrennte Abrechnung benötigen; ein Arbeitgeber eine RFID-Ausweis-Zugangskontrolle an den Ladestationen wünscht; ein Flottenmanager eine Fernüberwachung benötigt. Terra-Ladestationen unterstützen sowohl OCPP 1.6J als auch OCPP 2.0.1 — konfigurieren Sie die OCPP-Backend-URL in der Terra-Weboberfläche. Der EVCC-Open-Source-OCPP-Server läuft auf einer lokalen HA-Instanz und unterstützt das dynamische Lastmanagement nativ neben dem OCPP-Sitzungsmanagement.

Ist die ABB Terra mit Easee in derselben Installation für das Lastmanagement kompatibel?

Sowohl ABB Terra als auch Easee unterstützen Modbus TCP und OCPP — sie sind in derselben Installation kompatibel, solange alle Ladestationen mit demselben Lastmanagementsystem verbunden sind. Empfohlener Ansatz für eine gemischte Installation: Verwenden Sie den EVCC-Open-Source-OCPP-Server, der native Treiber sowohl für ABB Terra (Modbus TCP) als auch für Easee (REST API und Modbus TCP) bietet. Der Lastmanager von EVCC verteilt den verfügbaren Strom über alle Ladestationen unabhängig von der Marke mithilfe einer Prioritätswarteschlange (zuerst Solarüberschuss, dann Mindestladung, dann Schnellladung). Jede Ladestation erscheint als separater Ladepunkt im EVCC-Dashboard. KNX-Integration: EVCC veröffentlicht MQTT-Topics für jeden Ladestationsstatus — HA abonniert MQTT und aktualisiert die KNX-Gruppenadressen über die KNX-Integration zur Visualisierung auf KNX-Displays.

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