Schaltschrankbau

Selektivität: Koordination von Haupt- und Endstromkreis-Schutzschaltern

Selektivität (Diskrimination) bedeutet, dass der vorgeschaltete (Haupt-)Schutzschalter und jeder nachgeschaltete Schutzschalter im Schaltschrank so aufeinander abgestimmt sind, dass ein Fehler in einem Endstromkreis nur dessen Schutzschalter auslöst -- nicht den gemeinsamen Hauptschalter, der alle anderen Stromkreise mit abschalten würde. Erreicht wird das durch Nennstrom- und/oder Zeitkoordination zwischen den Geräten, gemäß den vom Hersteller veröffentlichten Selektivitätstabellen für die jeweilige Gerätekombination. Wir behandeln das als projektspezifische Auslegungsentscheidung, nicht als pauschale Regel.

Unabhängige technische BewertungIEC-61439-PraxisEU-weite Projektunterstützung
CAN-BUS
CAN
Breaker selectivity
Wie wir die Selektivität im Schaltschrank koordinieren

Wie wir die Selektivität im Schaltschrank koordinieren

01

Stromkreis-Hierarchie erfassen

Wir identifizieren den Einspeise-/Hauptschalter und jeden nachgeschalteten Endstromkreis-Schutzschalter, damit die Koordinationskette klar ist, bevor Geräte ausgewählt werden.

02

Herstellerseitige Selektivitätstabellen prüfen

Die Selektivität zwischen zwei konkreten Schutzschalter-Modellen und -Nennströmen ist vom Hersteller dokumentiert, nicht angenommen -- wir ziehen die veröffentlichten Tabellen für die tatsächlich verbauten Geräte heran.

03

Nennstrom- und/oder Zeitstaffelung koordinieren

Geräte werden über Nennstromstufe, Zeitverzögerung oder beides aufeinander abgestimmt, damit der nachgeschaltete Schutzschalter einen Fehler im Endstromkreis abschaltet, bevor das vorgeschaltete Gerät reagiert.

04

Koordination in der Schaltschrank-Dokumentation festhalten

Die geprüfte Schutzschalter-Kombination und ihre Selektivitätsgrundlage werden in die Übergabedokumentation aufgenommen, zusammen mit den IEC-61439-Unterlagen.

Warum Selektivität für den Betreiber der Anlage wichtig ist

Warum Selektivität für den Betreiber der Anlage wichtig ist

1 Stromkreis betroffen, nicht die Anlage

Ein lokaler Fehler bleibt lokal

Bei korrekt koordinierten Schutzschaltern löst ein Fehler in einem Endstromkreis nur dessen Schutzschalter aus -- der Rest der Anlage läuft weiter.

Weniger unnötige Ausfälle

Schlechte Selektivität bedeutet, dass ein defektes Gerät oder Kabel in einem kleinen Stromkreis den Hauptschalter auslösen und die gesamte Anlage lahmlegen kann.

Eine Auslegungsentscheidung, kein Standardhäkchen

Das passende Selektivitätsniveau hängt von den konkret gewählten Schutzschaltern des Projekts ab -- wir behandeln es als technische Entscheidung, nicht als universellen Standardwert.

Basierend auf Herstellerdaten, nicht auf Schätzung

Wir arbeiten mit den veröffentlichten Selektivitäts-(Diskriminations-)Tabellen des Herstellers für die tatsächliche Gerätekombination, statt zu schätzen.

Ein eigenes Thema, getrennt von Überspannungs- und Fehlerstromschutz

Selektivität ist nicht dasselbe Thema wie die Platzierung von SPD oder die Wahl des RCD-Typs -- das sind eigene Themen auf eigenen Seiten.

Dokumentiert für spätere Wartung

Die Koordinationsgrundlage wird festgehalten, damit jeder, der die Anlage später wartet, versteht, warum bestimmte Schutzschalter so kombiniert wurden.

Optionen

Was enthalten ist, wenn Selektivität Teil Ihres Schaltschrankbaus ist

Die Selektivitätskoordination ist Teil desselben Engineering-Prozesses wie der Rest der Anlage -- kein separater Zusatzschritt.

  • Prüfung der Stromkreis-Hierarchie
  • Abgleich mit herstellerseitigen Selektivitätstabellen
  • Koordinierte Wahl von Nennstrom/Zeitstaffelung
  • Selektivitätsgrundlage in der Übergabedokumentation
  • Abstimmung mit den IEC-61439-Prüfunterlagen
FAQ

Häufige Fragen

Was bedeutet Selektivität (Diskrimination) von Schutzschaltern konkret?

Sie bedeutet, dass der vorgeschaltete (Haupt-/Einspeise-)Schutzschalter und jeder nachgeschaltete (Endstromkreis-)Schutzschalter so gewählt und koordiniert sind, dass ein Fehler in einem Endstromkreis nur dessen Schutzschalter auslöst, nicht das gemeinsame vorgeschaltete Gerät.

Ist Selektivität dasselbe wie Überspannungsschutz oder RCD-Typ?

Nein. Selektivität betrifft die Koordination der Schutzschalter im Fehlerfall; Überspannungsschutz (SPD) ist ein eigenes Schutzkonzept, und die Wahl des RCD-Typs ist ein eigenes Thema -- siehe unsere anderen Seiten dazu.

Braucht jede Anlage volle Selektivität?

Das hängt vom Projekt ab -- wie wichtig die Versorgungskontinuität der nicht betroffenen Stromkreise ist und was die Herstellertabellen für die gewählten Schutzschalter zulassen. Das besprechen wir im Rahmen der Auslegung mit Ihnen.

Wie wählen Sie die Schutzschalter-Kombination für Selektivität aus?

Anhand der veröffentlichten Selektivitätstabellen des Herstellers für die konkreten Modelle und Nennströme -- keine generische Faustregel, da sie je nach Hersteller und Baureihe variiert.

Lässt sich Selektivität nachträglich an einer bestehenden Anlage verbessern?

Manchmal, durch den Austausch eines oder mehrerer Schutzschalter gegen eine vom Hersteller als selektiv bestätigte Kombination -- ob das praktikabel ist, hängt von der bestehenden Installation ab und wird am besten projektbezogen geprüft.

Sprechen Sie mit uns über Selektivität, bevor wir Ihre Anlage bauen

Schicken Sie uns Ihren Übersichtsschaltplan oder Ihre Stromkreisliste, wir zeigen Ihnen, wo die Schutzschalter-Koordination Aufmerksamkeit braucht.

Kontakt zu unseren Ingenieuren
Ähnliche Seiten

Ähnliche Seiten

Lade ...
Zum Seitenanfang